Kein Login mehr bei IN-5905 HD (POE) möglich

Bei meiner Außenkamera vom Typ IN-5905 HD, welche ich über POE betriebe, ist kein Login mehr möglich. Ein Reset über den Knopf am Kabelbaum, ein Abziehen des POE Kabels, als auch ein Ausbau der Speicherkarte haben nicht geholfen: Über das Instar Camera Tool wurde nach dem Reset keine neue Kamera gefunden. Die Kamera selbst bekommt aber Strom und nachts leuchten auch die 5 Infarot-LEDs. Am Router leuchtet nur die grüne LED, die orange LED ist dunkel.
Was kann ich nun tun, um die Kamera wieder komplett nutzen zu können?
Besten Dank!

Hallo,
wenn die Kamera bereits über Nacht einmal stromlos war und es nichts gebracht hat, dann wäre ein Werksreset die nächste Wahl. Dazu muss entweder ein DHCP-Server im Netzwerk werkeln (z.B. Router) oder die Kamera schnitzt sich ansonsten selber eine IP a la 192.168.178.200 (aus dem Gedächtnis, kann auch etwas anders sein). Danach nochmal das Instar-Tool anwerfen, suchen lassen und neue IP vergeben.
Die Sache mit den IR-LED läuft - denke ich mal - eigenständig von dem Betriebssystem der Kamera. Der Sensor vorne am Objektiv steuert das Einschalten der LED. Man kann zumindest aus dem Leuchten der LED schliessen, dass die Kamera mit Spannung versorgt wird.
Grüße

Hallo,
ich vermute, dass dies das gleiche Problem ist, was ich bei meiner 5905 vor einiger Zeit auch hatte, nämlich keine Verbindung mehr zum Router - weder über WLAN als auch LAN.
Habe dann gelesen, dass die Ursache wohl in über die Zeit schadhaft gewordenen Elkos liegt. Dies ist übrigens ein weit verbreitetes Problem und die Hauptursache bei Ausfall von Geräteelektronik - aber die Lifetime auch stark von der Qualität der verbauten Elkos abhängig.

Ich habe die Kamera damals entsorgt, da technisch nicht mehr „auf der Höhe der Zeit“, eine Reparatur nicht wirtschaftlich für mich und Ersatz in einem mittlerweile besseren und auch komfortableren Modell gesucht und auch gefunden.

Gruß

Aber auch von der Temperatur, denen sie ausgesetzt sind. Wenn Elkos für bis zu +85°C ausgelegt sind, dann wird vielleicht eine Lebensdauer des entsprechenden Herstellers bei Dauerbelastung (24/7) von 2000h angegeben. Im Sommer bei praller Sonne steihen die Temperaturen im Inneren der Kamera vielleicht schon auf 60°C. Dann ist die theoretische Lebensdauer zwar noch über 2000h (ca.9000h), aber weniger, als wenn die Kamera Temperaturen bis 30°C ausgesetzt ist. Mittlerweile werden in Elektroniken für erhöhte Temperaturbelastung Elkos der Güteklasse 105°C eingesetzt, die zwar ebenfalls für 2000h bei Dauerbelastung ausgelegt sind, aber mehr Luft bei 60°C bzgl. Lebensdauer bieten.
Wer es sich zutraut, mit einem Lötkolben die Elkos auf der Platine zu tauschen, kommt günstig an eine weiterhin funktionierende Kamera. Oder man holt sich bei Instar eine Ersatzplatine und tauscht diese aus. Für die 5907HD habe ich es aktuell beschrieben.
https://forum.instar.de/t/5907hd-wechseln-der-hauptplatine/28348

Hallo,
richtig, das Kriterium bei den Elkos ist in erster Linie die Temperaturfestigkeit bzw. Beständigkeit - und da gibt es die schon beschriebenen Unterschiede. Ich bin nebenbei auch lizensierter Funkamateur und habe schon vieles auf dem Tisch gehabt und auch schon eben die defekten Elkos bei einigen Geräten ausgetauscht.
Geräte aus den frühen 1980er Jahren funktionieren immer noch einwandfrei mit den ersten Elkos - aber auch Geräte, die schon nach relativ kurzer Zeit von 10...12 Jahren infolge von eben defekten Kondensatoren nicht mehr funktionierten. In diesem Sektor kann man ganz klar nach Hersteller gehen, wessen Geräte länger durchhalten. Die Elkos gehen aber auch schon z. T. allein durch Alterung kaputt, d. h einfach durch Lagerung trocknet der Elektrolyt aus und wenn dann noch der Faktor Wärme - sei es intern erzeugte Verlustleistung oder Umwelteinflüsse - dazukommt, eben entsprechend schneller.
Die Außen-Kameras sind nun mal i. d. R. im Dauerbetrieb dazu ständigen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die Bauteile schon stark belastet und sollten/müssen daher von erster Qualität sein!

Einen schönen Tag…

Nachtrag: Und 9000 Stunden Betriebszeit sind bei rund um die Uhr laufenden Kameras einfach Nichts, denn: 9000:24= 375 (Tage) - also gerade mal ein Jahr.

Da sollten schon entsprechend höchstwertige Bauteile verwendet werden neben einer langlebigen Konstruktion, was man bei dem Preis der Kamera (auch gegenüber Alternativprodukten, die ja z.T. auch noch eine wesentlich höhere Auflösung bieten zu einem niedrigeren Preis) ja auch erwarten darf!

Gruß

Ist doch alles nur Theorie und gilt dann, wenn ein 85°C Kondensator rund um die Uhr einer thermischen Belastung von 60°C ausgesetzt wäre. Und das ist ja nicht der Fall.
Und im Winter ist es so kalt, dass der Kondensator wieder Lebenszeit zurück bekommt. :wink:

Genau, nicht auszudenken, wenn dieser Regenerationseffekt nicht wäre :wink: :confused: